Pressemitteilung 1.6.2001
Weiterer Dollaranstieg? - Dollar-Prognosen mit künstlicher Intelligenz
Der Dollar befindet sich seit seinem Tief in 1994 in einem
fulminanten Aufwärtstrend. Damals stand der Dollar bei ca. 1,40 D-Mark.
In nur 6 Jahren ist sein Wert auf über 2,30 DM gestiegen. Abgesehen
von einigen eher technisch bedingten Rückschlägen innerhalb dieses
Aufwärtstrends kam es 1997 bis 1998 zu einem größeren Kursrückgang
im Vorfeld der Währungsunion. Wie wird es nun weiter gehen?
In vielerlei Hinsicht muss der Dollar als überbewertet
gelten. Hierfür gibt es vor allem folgende Hinweise:
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Die USA weisen sehr hohe und auch steigende Leistungsbilanzdefizite
auf. Das heißt, dass die derzeitigen Wechselkurse die Aussenhandelssituation
nicht ins Gleichgewicht bringen und dazu eigentlich sinken müssten.
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Die Preise für vergleichbare, alltägliche Dinge
der Lebenshaltung sind in den USA deutlich höher als in Deutschland.
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Das Realzinsniveau auf Basis der Rendite von Staatsanleihen
liegt in den USA bei ca. 2,5 Prozent, während im Euroland 3,2
Prozent gezahlt werden.
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Der Anstieg der US-Aktienkurse, die als Magnet für ausländisches
Kapital galten, ist beendet.
Auf der anderen Seite gibt es jedoch gwichtige Argumente,
die für einen weiteren Anstieg des US-Dollars sprechen:
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Der "Dollarraum" kann definiert werden, als der Raum, in
dem Dollars normalerweise als Anlagemedium gehalten werden. Hierzu gehören
dann die meisten Öllländer. Der Anstieg der Ölpreise führte
nach unseren Schätungen zu einem zuätzlichen Zufluss in diesen
Dollarraum, der das Aussenhandelsdefizit der USA in etwa ausgleicht.
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Durch die hohen Ölrechnungen sind die ursprünglich
hohen Überschüsse der Euro-Leistungsbilanz völlig zusammengeschmolzen,
so dass jetzt teilweise schon Defizite zu verbuchen sind.
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Legt man zum Vergleich des Realzinsniveaus die höheren
Renditen der Unternehmensanleihen zu Grunde, so verschwindet der Realzinsvorteil
des Euroraumes.
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Die konjunkturbelebenden Zinssenkungen der US-Notenbank dürften
langfristig erfolgreicher sein, als die Minischritte der Euro-Zentralbank.
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Die geplante Aufnahme weiterer Schwachwährungsländer
in den Euroraum muss mit einem Risikoaufschlag auf das Realzinsniveau berücksichtigt
werden. Solange dieser Aufschlag nicht erreicht wird, kommt es nicht zu
den gewünschten Kapitalzuflüssen.
Realzinserwartungen und Güterströme sind bei diesen
Argumenten die entscheidenden Bestimmungsgründe für die Dollar-DM-Relation.
Dabei zeigt die Vergangenheit, ob Daten aus diesen Bereichen signifikante
Auswirkungen haben. Beispielsweise wird in empirischen Untersuchungen deutlich,
dass ein steigender Ölpreis zunächst den Dollar stützt und
nach einer längeren Übergangszeit zu eher schwächeren Kursen
führt. Dies kann durch den Zufluss der Gelder in den Dollar zu Anlage-
und Transaktionszwecken begründet werden. Nach einer Übergangszeit,
werden diese Gelder ausgegeben oder international weiter diversifiziert.
In welchem Maße solche Bewegungen den Dollarkurs
beeinflussen, kann nur in komplexen Prognosemodellen ermittelt werden,
in denen simultan sämtliche Bestimmungsgründe des Dollarkurses
berücksichtigt werden. Umfangreiche Untersuchungen deuten darauf hin,
dass der Dollarkurs sehr effizient auf Ereignisse reagiert und nur wenige
Prognosemöglichkeiten offen lässt.
Durch die Kombination mehrerer winziger "Prognosekörnchen"
kann das Prognose-Netz EvoPronÓ
Dollar statistisch signifikante Aussagen bezüglich der zukünftigen
Dollarbewegung machen.
EvoPro Financial Research GmbH
Tel. 07563/92111, FAX. 07563/92112
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